Montag, 17. März 2008

Ein zweiter Schritt

So. Wer in den letzten Tagen auf dieser Seite war, hat im oberen Bereich eine großes versprechende Ankündigung lesen können. Da ist von einer großen Neuigkeit die Rede, und ich behaupte, dass diese Neuigkeit so groß ist, dass ich mehr Zeit brauche um sie niederzuschreiben. Tja. ich hatte ja angekündigt mir diese Zeit spätestens heute zu nehmen.
Mach ich dann auch mal. Aber was könnte denn so groß sein, dass es angekündigt werden muss?
-ist es, dass ich doch in ein anderes Land komme?
-ist es mein unerwarteter Lottogewinn?
-die Veröffentlichung meines Buches?
-die Verleihung eines Preises für tolle Leistungen?
-die Wunderheilung durch meine Hände an einem tot Geglaubten?
-oder etwas anderes?
Ja, es ist etwas anderes. *

Und zwar folgendes. am  6.03.08 erhielt ich eine E-Mail mit folgendem Inhalt (von mir übersetzt):
"Hi,
hör zu, meine Familie hat heute deine Application-Form (meine Unterlagen mit Brief und Fotos etc., Anm von mir) erhalten, und rate was passiert ist? Wir werden deine Gastfamilie! 
Du siehst freundlich aus, und wir würden gerne mehr über dich erfahren. Und wenn du MSN-Messenger besitzt, bitte melde dich bei uns.
Wir sind sehr froh dich zu empfangen und hoffen, das Jahr wird dir gefallen!
Es gibt gute Nachrichten für dich, mein Bruder ist ebenfalls Schlagzeuger, also wirst du sein Schlagzeug benutzen können.
Viele Grüße!"
Aufmerksame Leser können sich denken, welche Fragen ich gestellt habe...
"Wo wohnt ihr? Wer seid ihr, wer bist du?" Naja, in der zweiten Mail hab ich dann erfahren, wohin ich komme:
Nach Presidente Prudente, in eine Stadt im Distikt Sao Paulo mit circa 250.000 Einwohnern.
Die Temperaturen liegen im brasiliansischen Sommer bei so 33°C, im Winter "nur" bei 19°C. Ich werde also bitterlich frieren. Wenn ich nach Deutschland zurückkomme.
Wer aber bei Sao Paulo an Meer, Strand und eine romantisch im Ozean versinkende Sonne denkt, hat sich geirrt. Es sind circa 500 Distanz bis zum Strand. Nein, nicht Meter. Kilometer.Das ist die Distanz von der Nordsee bis ungefähr München.
Aber das finde ich nicht so schlimm. Man kann ja auch woanders als im Meer baden. Ich bin eigentlich sogar froh, nicht in einem Küstenort gelandet zu sein. Dazu ein einfaches Gleichungssystem:
Brasilien=Warm=Anders als in Europa/USA=Urlaub=Hotel=Mehr Hotel= Hotels am Meer=
Große, unnatürliche Städte=Ausländer keine Ausnahme.
Tja, auf jeden Fall nicht von Vorteil. Ich bin überzeugt, dass es im Inland interessanter und ehrlicher ist. Und außerdem komme ich bestimmt nochmal an die Küste.Aber ich habe diesen Blog nicht bloß um Tatsachen aufzuzählen. Es geht auch darum,
was mich bei der ganzen Sache bewegt, was in mir vorgeht.
In dem Moment, in dem ich in meinem Postfach die Mail entdeckte, war ich total aufgeregt. Noch bevor ich die Mail zu ende gelesen habe, habe ich meine Eltern herbeigerufen und natürlich sofort geantwortet. Auch wenn es bereits 22Uhr durch war,
war an Schlafen nicht zu denken, ich lag noch bis Ewig wach
und habe mir die Familie ausgemalt.
Am nächsten Tag war schon die Antwort da, meine brennenden Fragen wurden beantwortet und ich habe ein paar Fotos geschickt bekommen.
Über die Familie werde ich wohl später noch schrieben, es ist jetzt 23.28 und ich möchte vor Mitternacht noch eine Mail an meinen Gastbruder schreiben, der heute Geburtstag hat.  
Deswegen,und um zum Ende zu kommen: Auch wenn ich jetzt schon seit über einer Woche von der Familie weiß und die Informationen auch nicht mehr neu sind, habe ich immernoch ein wahnsinns Gefühl, dass wohl nur die kennen, die exakt das selbe erlebt haben. Die Familie war wohl das, an was ich in den letzten Tagen am häufigsten Gedacht habe, und ich habe keine großen Befürchtungen, dass irgendetwas NICHT
klappen könnte. Alle reden immer von den vielen Ängsten und Sorgen, die man sich macht,
aber meine einzige ist im Moment, dass ich mir zu wenig Sorgen mache. Kann ich aber nicht ändern, mir fallen nämlich keine ein. Und euch? Schreibt doch Kommentare,
die mir Angst machen könnten! Bitte, es täte mir gut. Bestimmt.**

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*Wie gemein! Ich halte die von mir doch so geschätzten Leser ewig hin, indem ich sie auf falsche Fährten und in unnötige Fußnoten locke! Ist das vertretbar? Ich finde schon.
**Das wäre doch mal wieder eine Aufgabe für diese Verschwörer, oder?

P.S.: Bei meinem letzten Eintrag gab es Probleme mit dem Zeilenumsprung. Ich weiß nicht wo dran das liegt, danke an Carsten dass er mich darauf aufmerksam gemacht hat, ich versuche das zu vermeiden.

Sonntag, 24. Februar 2008

Von freundlichen Verschwörungen

Hallo lieber Blog, hallo verehrte Leser, hey Robert!

Vorweg eines:
Nein, ich habe den Blog nicht vergessen. Dass ich nichts schreibe liegt in erster Linie da dran,
dass wenig neues in Bezug auf mein Auslandsjahr passiert.
Gewiss, die Zeit rückt näher, aber es gibt einfach nichts, was einen längeren Eintrag wert ist. 
Ich fasse mal zusammen, was in den letzten Wochen passiert ist:
1) Ich spiele wieder mehr Schlagzeug. Mein Rekord in letzter Zeit liegt bei gefühlten 30
Minuten - und reellen 2 Stunden. Aufhören musste ich dann weil mein alter Drumhocker so unbequem war.
2) Ich habe einen neuen Drumhocker.
3)Ich war auf dem Queens of the Stone Age Konzert in der Großen Freiheit 36 in Hamburg.
Super Veranstaltung, eine weite Reise dahin und viel Spaß.
4)Unsere neu gegründete Ska-Formation hat sich wohl aufgelöst.
5)Ich bin dabei, 2 neuen Bands beizutreten. Mal sehen. Vielleicht wird es ja was,
ich bin selbst noch sehr gespannt. 
6)Meine Meinung von einer ungerechten Welt hat sich weiter gefestigt. Ich freue mich allerdings, auf der Schokoseite dieser ungerechten Welt zu leben.
Wo es Leid durch Ungerechtigkeit gibt, gibt es auch Menschen, denen, ohne dass sie es
verdient hätten, eine irrsinnige Menge an Gutem wi(e)derfährt * **
7) In der Schule läuft alles glatt.

Nun zu dem, was mit dem Austausch zu tun hat.

Ich habe den Verdacht, meine Geschicke werden von einer mysteriösen Verschwörung
geleitet, die alles darauf setzt, dass ich das schönste Leben habe, dass man nur irgendwie
Leben könnte...

In letzter Zeit mache ich die Beobachtung, dass man das Leben, wenn man einen
konkreten Einschnitt vor Augen hat, viel Bewusster erlebt. Gedanken wie:"Heute gehe
ich früher ins Bett, dann hab ich von morgen auch noch etwas vom Tag" tauchen auf.
Natürlich nur unter der Woche.
Aber auch mein Zeitplan bis zu dem Abflug -dessen Termin ich noch nicht kenne-
ist schon total voll. Bis dahin stehen noch großartige Dinge an:

-Landesjugendtreffen
-Klassenfahrt
-Hurricane
-Bekanntgabe der genauen Zieles in Brasilien
-Sommer
-Unsere Abschlussparty
-evtl ein Serj Tankian Konzert
-der Frankreichaustausch
-Skiurlaub
-Der Besuch in Waldsrode

Ein weiterer Punkt, den es zu berichten gilt : Mein Portugiesisch-Kurs hat begonnen.
In der ersten Stunde fiel mir die Grammatik und das
Vokabular leicht, bloß die Aussprache bereitet mir Probleme.
Ansonstenhabe ich mich über die vielen Kürzungen im Vergleich
zu anderen Sprachen
gefreut: Kein Neutrum, kein K, W oder Y...toll, oder?

Wisst ihr, was komisch ist? In den letzten paar Monaten hat das mediale Interesse an
Brasilien stark zu genommen. Aber nicht nur in Zeitungen und
TV erfährt man wahnsinnig viel über Brasilien,
auch in meinem sonstigen Umfeld findet irre viel darüber statt.
Gerade heute das "Metal meets Brazil' Konzert, dass ich im Moment verpasse, dann der Akkordeon-Virtuose,
der erst vor kurzem bei uns gastierte...es gibt noch mehr Beispiele, die die These einer Verschwörung zugunsten meines Auslandsaufenthalt rechtfertigen!
Ich bin mir sicher,dass auch in der heiligen Schrift geheime Botschaften für mich
hinterlassen sind, so oft und überall höre ich "Brasilien". 
Aber liebe Verschwörer, wer auch immer ihr seid und welche Ziele auch immer die euren sein mögen: 
Was ihr da macht finde ich echt super. Bitte mehr vom selben und noch mehr tolle
Einfälle. Was ich mal cool fände:  Wenn auf dem Hurricane Konzert eine
brasilianische Band aufträte, wenn die Zeit ein Spezial über Politik in Brasilien herausgibt.
Wenn die französische Familie, zu der ich nach den Osterferien fahre
brasilianische Wurzeln hat.
Aber ich bin mir sicher ihr lasst euch noch besseres einfallen und bin euch
deswegen schon im vorraus äußerst dankbar!
Liebe Grüße an alle Leser,

Robert

P.S.: Nochmal an die Verschwörer: das mit der Hurricanekarte war auf jeden Fall schon
eine super Idee, aber ein bisschen offensichtlich, oder?
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*Vielen Lesern wird das "Hurricane-Festival" ein Name sein. Dorthin wollte ich mit
einigen Freunden als Abschluss meines Deutschlandaufenthaltes. Dies wurde mir
allerdings versagt, 120€ sein zu teuer. Nun bestellt mein bester Freund sich seine eine Karte. Die bezahlt er auch in normalem Maße. Die Organisatoren des
Hurricane-Festivals dachten sich "Hihihihahahaha" und schickten ungeschickterweise zwei Karten! 
**"widerfährt" ist deswegen mit "ie" geschrieben, weil mir das Gute und zu Unrecht
erhaltene nur all zu oft widerfährt.